Praxis
Also: Ich wollte immer schon einen Paketmanager haben wie apt unter Linux und als ich dann die Tage
auf einem Hackathon in Köln war und ein Projekt gefragt war, da habe ich diese Idee reaktiviert.
Ich weiß, sowas gibt es schon (z.B. Chocolatey oder Scoop), aber ich wollte es eben selber machen,
in Rust und es sollte total leichtgewichtig, portabel und selfcontained sein. Damit nahm das Unheil dann seinen
Lauf :)
Natürlich habe ich es mit Claude Code gemacht, zum Zeitpunkt des Schreibens war dabei das Model dahinter Opus 4.5 und 4.6. Das Ergebnis: erste funktionierende Versionen binnen 5 Stunden, nach von 26 Stunden war es schon ziemlich fertig und jetzt habe ich noch ein paar Stunden mehr investiert, bin bei 42 Stunden und lass es erst mal gut sein. Es läuft schon seit einiger Zeit produktiv samt Server unter Linux im Netz. Der Source Code sind 2800 Zeilen Code (ohne Leerzeilen und ohne Kommentare) und nochmal 1800 Zeilen Test Code. Ziemlich gute Ausbeute würde ich sagen (109 Zeilen/h – ich weiß, das ist ne schlechte Metrik, aber es hilft mir doch, die Produktivität einzuschätzen).
Wie lief es mit Claude Code? Ich persönlich bin (natürlich) ziemlich begeistert! Dabei helfen ein paar Regeln, um mit Claude schnell brauchbaren Source Code zu schreiben:
Meine beste Analogie zur Maschine ist weiterhin: sie ist wie ein menschlicher Mitarbeiter, der einfach verdammt viel gelesen hat, schnell ist, aber evtl. nur so mittelmäßig helle. Er macht halt auch Fehler, ist faul und übersieht Sachen. Das ist ungewohnt, man kennt es ja vom Computer, dass seine Berechnungen immer korrekt sind und hier ist es jetzt auf einmal so „fluffig" ungenau. Trotzdem finde ich, dass man mit der richtigen Herangehensweise sehr gute Ergebnisse erzielen kann.
Bei aller Begeisterung ist es aber nicht so, dass alles direkt publikationsreif ist. Man kommt zwar schnell zu Ergebnissen, die funktionieren, aber man sollte auch oft nachschärfen. Ich habe mehrfach folgenden Prompt abgeschickt:
you a a code reviewer with 20 years of experience. your task is to code review this source code. i'm not
concerned with security in the first place, but that the program works as expected. read readme.md
and the help texts first and see if everything works as expected and described. be thorough and
take your time. it is very important!
Der Prompt liest sich vielleicht ein bisschen schräg, aber er funktioniert. Denk dran, dass die Maschine an sich jede beliebige „Persönlichkeit" annehmen kann und dir als solche dann gerne deine Wünsche erfüllen will.
Bei jeder Runde fand er wieder einige Bugs und fixte sie, nur um dann in der nächsten Runde trotzdem noch weitere Fehler zu finden. Man merkt aber irgendwann, dass die „Bugs" immer kleiner werden und immer mehr Edge Cases sind. Das ist dann irgendwann der Moment aufzuhören.
Im Endergebnis würde ich sagen: niemals hätte ich so schnell ein so hochwertiges Produkt schreiben können ohne KI-Hilfe. Ich kenne Rust zwar schon ganz ok, aber doch noch nicht so gut, kenne nicht alle Libraries und ich bin lange nicht so schnell. Klar, einige Fehler hätte ich nicht gemacht, aber dafür hätte ich an vieles andere nicht gedacht. Als Team finde ich Claude Code und mich zur Zeit am besten.
Wer es nachlesen möchte: das Projekt ist auf GitLab verfügbar und Claude hat natürlich auch immer die Commit Messages geschrieben und sich selbst auch als Helfer genannt. Man sieht sehr schön, wann neue Features und wann Bugfixes und Security Hardening nach einer Code Review stattgefunden haben.
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